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Obst- und Gartenbauverein Waldhausen e.V.

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Chronik

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Waldhausen war bis Anfang des 20. Jahrhunderts die östlichste Weinbaugemeinde des Remstals. Hier wurden vorzugsweise der
„Rote Ungerer“ und der „Weiße Salfener“ angebaut, die Ihren Absatz hauptsächlich im Filstal fanden.

Nach Missjahren wurden – ab 1900 – die Reben nach und nach ausgegraben, bis schließlich der damalige Schneidermeister Friedrich Reinert den letzten Weinberg aufgab.

Da nun die Hänge unterhalb des Elisabethenbergs nicht mehr für den Weinanbau genutzt wurden, suchte man eine Alternative im Anbau von Obstbäumen.

Am 7. Mai 1922 – einem Sonntag – gründeten 15 Interessenten (Männer mit Bürgerrecht von hier) den Obstbauverein Waldhausen.

Oberlehrer Jakob Rentschler und Christian Schmid waren hier sehr aktiv. Sie besuchten andere Vereine, führten Grundlehrgänge durch und versuchten, durch Rundgänge und Vorträge über Obstbaumpflege
und –schnitt, den Interessierten das Wissen und die Praxis für einen
guten Ertrag und Erfolg zu vermitteln.

Dies trat wohl auch ein, hatte doch Waldhausen in späteren Jahren einen guten Ruf als Obstbaugemeinde.

Mostäpfel und Mostbirnen, darunter selbst gezüchtete Sorten wie Waldhäuser Gänsapfel, Waldhäuser Bratbirne, Schunterbauerapfel oder Gaishirtle, aber auch Tafelobstsorten wurden im ganzen Land verkauft.

Der 2. Weltkrieg hatte dem Obstbauverein sehr zugesetzt, konnte ihn aber nicht niederringen.

Dank verschiedener Initiativen nahm das Interesse nach 1948 wieder zu und der Wirtschaftsaufschwung brachte Grundbesitzer, Landwirte und Bauern dem Verein wieder nahe.



An der Spitze stand der 1. Vorsitzende und spätere Ehrenvorstand
Julius Paul. Dieser mühte sich sehr um die Erneuerung des Obstanbaus.

Man schätzte das heimische Tafelobst, aber auch neue Sorten wurden angepflanzt, der Baumschnitt und die Pflege erfuhren regen Zuspruch.

Der Mostobstanbau rückte dadurch in’s zweite Glied, verschwand aber nie ganz aus den Wiesen rund um Waldhausen.

Karrenspritzen und andere Geräte zur Bewirtschaftung wurden angeschafft.

Der Verein wuchs zusammen, Film- und Diavorträge, Familientreffen, Rundgänge durch die Gemarkung Waldhausen und Ausflüge förderten das Vereinsleben.

Im Jahr 1962 erstellten 15 Teilnehmer unter der fachlichen Leitung von Vorstand Julius Paul und Baumwart Eugen Strohmaier eine Gemeinschaftsobstanlage mit mehr als 600 Bäumen im Gewann Gemeindehalde an der Straße nach Rattenharz, die noch heute ihr Dasein, ihre Hege und Pflege genießt.

So kam es nicht von ungefähr, daß auch Gartenbesitzer großes Interesse zeigten und somit die Mitgliederzahlen des Obstbauvereins wachsen ließen.

Aus diesem Grund erfolgte die Umbenennung des Vereins in
„Obst- und Gartenbauverein“.

In diesem Jahr 1962 vollzog sich auch ein Wechsel in der Vereinsführung.

Rolf Schunter wurde 1. Vorsitzender, ihm zur Seite stand
Eugen Bittlingmaier, nach dessen Tod Paul Betz. Weitere wichtige
Positionen wurden von Eduard Brix und Max Vetter besetzt.

Rolf Schunter konnte über einen langen Zeitraum hinweg den Verein gut führen und erfolgreiche Geschäftsjahre präsentieren.

Schnittkurse, Veredlungslehrgänge, fachliche Weiterbildung, Blütenwanderungen, Tages- und später Mehrtagesausflüge, Familienabende und das alljährliche Blütenfest in der Obstanlage, heute Obstgartenfest, wurden angeboten. Auch der jährliche Blumenschmuckwettbewerb unter dem Motto „Unser Dorf soll schöner werden“ ist seit 1963 im Programm.

Im Jahr 1990 übernahm Rolf Schmitz, sowie darauffolgend Paul Betz kommisarisch bis 1995 die Verantwortung für den Verein.

Die Mitgliederversammlung fand 1995 in Heinz Pfitzer den neuen
1. Vorsitzenden des Vereins, der dieses Amt bis zu seinem Tod im
Jahr 2006 inne hatte.

Es sollten schwierige Jahre folgen, in der Zusammenhalt gefragt war,
bis im Jahr 2010 ein neuer Gesamtvorstand präsentiert werden konnte.

In diesen 4 Jahren hielt der 2. Vorsitzende Herbert Bühlmeier das Vereinsschiff in seiner gewohnt besonnenen Art immer auf Kurs.

Am 12.März 2010 fand der sehnlichst erwartete Generationenwechsel in
der Vereinsführung des Obst- und Gartenbauvereins Waldhausen statt.

Der neue 1. Vorsitzende Sebasian Zinsser und sein Stellvertreter Michael Pfitzer möchten zusammen mit ihrem Team die Verjüngung des Vereins vorantreiben, den Nachwuchs aktiv in das Vereinsgeschehen einbinden, wobei die älteren Mitglieder den jüngeren Ihre Erfahrungen und das Wissen weitergeben, unterstützend und beratend im Obst-, wie auch im Gartenbau zur Seite stehen, um dem Verein ein noch langes Leben auf hohem Niveau zu bescheren.